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Hautklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Gerold Schuler
Hautklinik, Uni-Klinikum

Eiskalt erwischt: Wenn die Haut im Winter blau und weiß wird

Durchblutungsstörungen im Winter führen zu schmerzhaften Hautveränderungen – Frostbeulen und Weißfingerkrankheit (Raynaud-Syndrom) können das Hautgewebe schädigen – Wenig durchblutete Hautpartien sind am häufigsten betroffen – Unangenehme Symptome wie Juckreiz und Schmerz – Vorbeugung beim Sport an frischer Luft ist wichtig.

Menschen, die leicht frieren, werden oft neckisch „Frostbeulen“ genannt. Dabei sind Frostbeulen kein Witz, sondern eine schmerzhafte Reaktion der Haut auf Kälte. Im Fachjargon „Pernio“ genannt, zeigt sich die Frostbeule als rundliche, bläulich-lila gefärbte Schwellung unter der Haut – eine unangenehme Erfahrung für die Betroffenen, die im schlimmsten Fall sogar zu einem dauerhaften Begleiter werden kann. „Was viele nicht wissen: Schon Temperaturen über dem Gefrierpunkt können reichen, um Frostbeulen entstehen zu lassen und das Gewebe zu schädigen“, sagt Prof. Dr. med. Michael Sticherling, Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Hautklinik am Universitätsklinikum Erlangen.

Durchblutungsstörungen sind die Ursache

Typisch für Frostbeulen: Sie beginnen mit einer blauroten Verfärbung der Haut. Später bilden sich juckende oder auch schmerzende Schwellungen, häufig an den weniger durchbluteten Körperpartien wie beispielsweise der Nase, den Ohren, den Fingern und Zehen. „Frostbeulen dürfen nicht mit Erfrierungen oder anderen Leiden, die durch eine verminderte Durchblutung entstanden sind, verwechselt werden“, mahnt Prof. Sticherling. Das passiert häufig dem Krankheitsbild der Frostbeulen und mit dem so genannten Raynaud-Syndrom. Benannt wurde diese Erkrankung nach dem französischen Arzt Maurice Raynaud; im Volksmund heißt sie auch Weißfingerkrankheit. Durch eine Gefäßverengung kommt es beim Raynaud-Syndrom zu Hautverfärbungen an Fingern, selten auch an Zehen, Nase oder Ohrmuscheln. „Während sich die betroffene Hautpartie bei Frostbeulen anfangs blau verfärbt, kommt es beim Raynaud-Syndrom zu plötzlichem Weißwerden der Haut“, erklärt Prof. Sticherling. Die Ursache dieser Verfärbungen sind in beiden Fällen Durchblutungsstörungen. Aber: Frostbeulen bilden sich, weil das Blut nicht aus den Gefäßen fließen kann und sich somit an einer Stelle staut. Beim Raynaud-Syndrom kommt das Blut erst gar nicht in die anfallsartig und vorübergehend verengten Gefäße der Finger oder Zehen, weshalb diese taub und weiß werden.

Vorsicht ist in jedem Fall bei beiden Krankheitsbildern geboten. Bei Frostbeulen kommt es bisweilen zu Blutungen, Blasen und einer Schädigung des Gewebes. Außerdem ist die betroffene Stelle empfänglich für Infektionen. Tiefe Frostbeulen können sogar dazu führen, dass Gewebe abstirbt. Als Folge des Raynaud-Syndroms kann es zu Missempfindungen und Taubheitsgefühl in den betroffenen Körperpartien kommen. In schweren Fällen wird auch hier das Gewebe geschädigt – das Absterben von Fingerkuppen, Endgliedern oder ganzen Fingern ist möglich. Statistisch gesehen sind übrigens Frauen häufiger von Frostbeulen betroffen als Männer.

Tipps vom Facharzt

Für Frostbeulen muss keine arktische Kälte herrschen; eine längere und anhaltende Kälteeinwirkung auf die Haut, etwa beim Wintersport in den Bergen, reicht völlig aus. Anders als bei Erfrierungen, die nur bei Frost auftreten, können Frostbeulen bereits bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt entstehen. Nässe und Wind tragen zur Entstehung ebenso bei wie Durchblutungsstörungen, verursacht durch Arterienverkalkung, Alkohol- und Tabakkonsum oder Erschöpfungszustände. Auch zu enge Schuhe sind ein Problem.

In der Regel verheilen die Frostbeulen ohne Behandlung innerhalb von maximal drei Wochen. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, empfiehlt es sich trotzdem, den Facharzt um Rat zu fragen. Denn bei falscher Behandlung können schwere Komplikationen, Geschwüre und eitrige Entzündungen auftreten. „Wichtig ist, die betroffene Stelle warm zu halten“, so Prof. Sticherling. Hilfreich ist eine gefäßerweiternde Therapie, zum Beispiel mit durchblutungsfördernden Salben, so genannten Rheumasalben. Es gibt auch zahlreiche Hausmittel wie beispielsweise das Zwiebelbad, das zu einer Linderung der Beschwerden führen soll – ein ausreichender Erfolg kann aber allein durch diese Selbstbehandlung nicht nachgewiesen werden.

Ziehen Sie sich warm an!

Am besten für die Haut ist es natürlich, Frostbeulen gar nicht erst entstehen zu lassen. „Besonders in den kalten Wintermonaten sollte man sich gut vor Kälte und Feuchtigkeit schützen“, empfiehlt Prof. Sticherling. Warme, aber locker sitzende Kleidung, Kopfbedeckung und Handschuhe auch beim Joggen und fettreiche Cremes für das Gesicht und die Lippen beugen der Entstehung von Frostbeulen vor. Besonders risikoreich ist auch das Rauchen. „Dadurch kann es zu Gefäßverengungen kommen“, warnt Prof. Sticherling. Die hierbei entstehenden Durchblutungsstörungen fördern die Bildung von Frostbeulen.

Die Hautklinik Erlangen ist eine Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg).

Die Klinik unter Direktion von Prof. Dr. med. univ. Gerold Schuler ist ein international angesehenes Zentrum mit hoher Kompetenz bei Diagnostik und Therapie von Hautkrankheiten.
Pro Jahr werden mehr als 2.500 Patienten stationär sowie etwa 25.000 Patienten ambulant behandelt. Die Klinik verfügt über 48 vollstationäre und 10 tagesklinische Betten auf neu renovierten Stationen. Ebenso bietet die Hautklinik eine Hochschulambulanz sowie Psoriasis- und Neurodermitisschulungen für Betroffene an. Aufgrund der Vielzahl der Hauterkrankungen wurden außerdem zahlreiche Spezialsprechstunden eingerichtet.

Schwerpunkte der Klinik sind unter anderem: Hauttumore und operative Dermatologie, Allergien, Immunerkrankungen, die Behandlung von Psoriasis und Neurodermitis sowie Erkrankungen des Haares. Im Bereich der Andrologie ("Männerheilkunde") werden neben der klinischen Basisdiagnostik Potenzstörungen und Störungen der Zeugungsfähigkeit untersucht und behandelt.

Die Hautklinik erforscht neue Wege zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen und Tumorerkrankungen. Sie ist weltweit eine der wenigen Kliniken, die durch eine speziell entwickelte Immuntherapie Patienten mit malignem Melanom auch in fortgeschrittenen Stadien behandeln kann. Bei allen Forschungsprojekten ist es Ziel der Erlanger Klinik, Grundlagenforschung mit klinisch-experimenteller Forschung zum Wohl der Patienten zu kombinieren.


Ansprechpartner für die Redaktionen:

Hautklinik
Prof. Dr. med. Michael Sticherling
Tel. +49 (0) 9131 85-33851
E-Mail: michael.sticherlingatuk-erlangen.de

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Birke und Partner Kommunikationsagentur
Silke Martin
Tel. +49 (0) 9131 8842 17
E-Mail: silke.martinatbirke.de

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