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Hautklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Gerold Schuler
Hautklinik, Hautkrebszentrum, Uni-Klinikum, Onkologie

Immer mehr junge Menschen erkranken an Hautkrebs

Jeder Sonnenbrand in der Kindheit verdoppelt das Hautkrebsrisiko – Kinder und Jugendliche gehören nicht ins Solarium – Hautklinik betreut jährlich Tausende Patienten mit Hauttumoren – Früherkennung kann Leben retten – Spezialsprechstunde an der Hautklinik – Erlangen weltweit führend bei Krebsimpfung mit Dendritischen Zellen

ERLANGEN – Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und die Sonne sich rar macht, sehnen sich die Menschen nach Licht und Wärme. Viele trotzen dem Winterblues mit einem regelmäßigen Besuch im Solarium. Dieser soll nicht nur die Stimmung aufhellen, sondern gleichzeitig die Sommerbräune in den Winter hinüberretten. Die Folgen können uns jedoch lange begleiten: Unsere Haut erinnert sich an alles, auch wenn sie sich rein äußerlich schnell wieder erholt. Jedes Jahr erkranken rund 140.000 Deutsche an Hautkrebs, der damit die Krebsform mit den meisten Neuerkrankungen ist. Betroffen sind zunehmend auch jüngere Patienten, während die Erkrankung früher als typische Alterserkrankung galt. Das zeigt sich auch an der Hautklinik des Erlanger Universitätsklinikums, wo jährlich Tausende Patienten mit Hautkrebs betreut werden. Die Diagnose, Therapie und Nachsorge von Hauttumoren ist einer der klinischen Schwerpunkte der Klinik.

„Weltweit gibt es innerhalb der weißen Bevölkerung einen dramatischen Anstieg bei allen Hautkrebssorten, das spüren auch wir. Generell unterscheidet man den weißen und den schwarzen Hautkrebs. Während der weiße Hautkrebs, das Basaliom und Plattenepithelkarzinom, leichter behandelbar ist und selten zum Tod des betroffenen Patienten führt, gilt der schwarze Hautkrebs, das sogenannte Melanom, als sehr aggressiv und gefährlich“, so Dr. Beatrice Schuler-Thurner von der Erlanger Hautklinik. „Das Problem beim schwarzen Hautkrebs ist, dass der Tumor schon in einem sehr frühen Stadium Tochtergeschwülste bildet und damit den Patienten in eine leider häufig ausweglose Situation bringt. Knapp 3.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an Hautkrebs. Dagegen hilft nur Vorsicht im Umgang mit der Sonne oder dem Solarium – und die Früherkennung.“ Auf Sonnenlicht müsse man deshalb nicht verzichten, auf ungeschütztes „Braten in der Sonne“ jedoch schon.

Solariumsbesuche erhöhen Hautkrebsrisiko dramatisch
Die Deutschen sind begeisterte Solariumgänger: Laut Deutscher Krebshilfe haben mehr als 11 Millionen Sonnenhungrige zwischen 14 und 49 Jahren in den letzten 12 Monaten ein Solarium besucht. Dabei erhöhen regelmäßige Solariumsbesuche das Risiko für weiße und schwarze Hauttumore. Außerdem lassen sie die Haut übermäßig altern. Bei unter 30-Jährigen steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um dramatische 75 %, wenn sie sich häufig auf die Sonnenbank legen.

Dr. Beatrice Schuler-Thurner begrüßt deshalb auch ein neues Gesetz, das Jugendlichen unter 18 Jahren den Besuch eines Solariums verbietet: „Kinder und Jugendliche müssen vor einem Zuviel an Sonne geschützt werden, denn jeder Sonnenbrand in der Kindheit verdoppelt das Melanomrisiko. Aus diesem Grund müssen Jugendliche an der Nutzung von Solarien gehindert werden. Sonnen im Solarium ist keinesfalls ungefährlicher als das Bräunen unter natürlicher Sonne.“

Hautklinik Erlangen bietet wöchentliche Melanom-Sprechstunde an
Umso wichtiger ist die Früherkennung: Je frühzeitiger Hautkrebs festgestellt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Vor allem beim schwarzen Hautkrebs kann dies Leben retten. „Jeder, der einen hellen Hauttyp zeigt, besonders viele Muttermale hat oder bei dem bereits Hautkrebs in der Familie aufgetreten ist, sollte regelmäßig zum Hautkrebs-Screening gehen. Und zwar bereits als Jugendlicher“, empfiehlt Dr. Schuler-Thurner. „Die Früherkennung beim Hautarzt tut nicht weh und ist ohne aufwendige Geräte möglich.“ Ab einem Alter von 35 Jahren übernehmen die Krankenkassen alle zwei Jahre das Screening. An der Erlanger Hautklinik besteht für die ambulante Versorgung eigens eine wöchentliche Melanom-Sprechstunde, die jährlich von 1.400 Melanompatienten aus ganz Deutschland besucht wird.

Der weiße Hautkrebs, der oft aufgrund chronischer Sonneneinstrahlung entsteht, zum Beispiel bei Berufsgruppen, die viel im Freien arbeiten, ist relativ gut behandelbar. Doch auch er sollte frühzeitig therapiert werden, um eine schonende Behandlungsmethode anwenden zu können – vor allem, da er häufig im Gesicht auftritt. „Je nach Ausprägung wird beim weißen Hautkrebs festgelegt, welche Behandlungsmethode in Frage kommt. Früher konnte man die befallene Haut nur operieren oder durch Strahlentherapie behandeln, inzwischen kann man den weißen Hautkrebs z. B. auch mit Cremes therapieren. Für die Patienten ist das natürlich viel schonender und angenehmer“, so Dr. Schuler-Thurner.

Erlangen weltweit führend bei neuer Therapieform
Beim deutlich aggressiveren schwarzen Hautkrebs, der nicht immer dunkel gefärbt sein muss – die korrekte Diagnosestellung erfordert jahrelange Erfahrung –, ist jedoch nach wie vor die operative Entfernung Therapiestandard. In späteren Krankheitsstadien setzt die Klinik auf fachübergreifende Zusammenarbeit und die Kombination mehrerer Behandlungsmethoden wie Chirurgie, Strahlen- und Chemotherapie. Welche Therapie im Einzelnen gewählt wird, hängt von der Lokalisation und dem Ausmaß der Tumorausbreitung ab. Für Dr. Schuler-Thurner liegt die Zukunft der Behandlung von Krebserkrankungen zunehmend auch in der Immuntherapie, der sich die Erlanger Experten intensiv widmen: „Unsere Klinik ist eines der weltweit tonangebenden Zentren in der Krebsimpfung mit Dendritischen Zellen. Bei dieser Therapieform impfen wir Betroffene mit patienteneigenen Dendritischen Zellen mit dem Ziel, eine gezielte Reaktion des Immunsystems auszulösen, die sich gegen den Tumor richtet.“

Für Hautkrebspatienten bedeutet diese noch recht junge Therapieform eine bedeutende Erweiterung des therapeutischen Spektrums mit geringen Nebenwirkungen und zielgerichteter Wirksamkeit.

Im Falle von Hautkrebs gilt aber auf jeden Fall: Vorbeugen ist besser als heilen. In den kommenden kalten Monaten auf das Solarium zugunsten von Selbstbräunern zu verzichten und im folgenden Sommer einen vernünftigen Umgang mit der Sonne zu pflegen, ist sicher der beste Garant für eine sowohl Hautkrebs- als auch faltenfreie Haut.

Ansprechpartner für die Redaktionen:

Hautklinik
PD Dr. med. Beatrice Schuler-Thurner
Hartmannstraße 14
91052 Erlangen
Telefon: +49 (0) 9131 85-33164
E-Mail: beatrice.schuler-thurneratuk-erlangen.de



Birke und Partner Kommunikationsagentur
Meike Hallbauer
Marie-Curie-Straße 1
91052 Erlangen
E-Mail: meike.hallbauer@birke.de

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