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Hautklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Gerold Schuler
Hautklinik, Uni-Klinikum

Vorsicht Sonne: Hautreaktionen nach dem Sonnenbad

Jeder siebte Deutsche leidet unter einer „Sonnenallergie“ – Symptome belastend für Betroffene – Vorsorgemaßnahmen sind wichtig – Hautklinik Erlangen bietet Erkrankten Hilfe

ERLANGEN – Rund ein Siebtel der Bevölkerung leidet im Frühjahr oder nach dem ersten Sonnenbad unter juckenden Hautausschlägen. Häufig ist dies eine Polymorphe Lichtdermatose, kurz PLD, besser bekannt als „Sonnenallergie“. Die Erkrankung tritt erstmalig meistens im frühen oder mittleren Erwachsenenalter auf und kann sich in jedem Frühjahr oder Frühsommer über viele Jahre hinweg wiederholen. 90 Prozent aller Betroffenen sind Frauen. Helle Hauttypen sind besonders gefährdet, vor allem an denjenigen Hautpartien, die nicht vorgebräunt sind. Typisch für die Krankheit: Sie wird im Laufe der Zeit häufig schwerer – bei den einzelnen Betroffenen verändern sich die Erscheinungen jedoch meist nicht. Lichtausschlag zeigt unangenehme Symptome Typische Symptome von PLD sind eine Rötung, Quaddeln, Bläschen oder Knötchen auf der Haut. Quälender Juckreiz und brennende Schmerzen machen den Betroffenen das Leben zusätzlich schwer. Die Haut reagiert innerhalb weniger Stunden an den der Sonne ausgesetzten Körperstellen, vor allem an Hals und Dekolleté, an der Außenseite der Oberarme, an den Beinen und im Gesicht. Meist verschwinden die Symptome nach mehreren Tagen von alleine wieder, ohne bleibende Hautveränderungen zu hinterlassen. Treten Hautreaktionen auf, die auf PLD hinweisen, sollte man dennoch unbedingt einen Facharzt aufsuchen, um andere – möglicherweise gefährlichere – Erkrankungen der Haut auszuschließen. Hautklinik bietet Anlaufstelle für Betroffene Die Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen bietet Betroffenen in ihrer Hochschulambulanz Hilfe an. „Obwohl die Hautreaktionen Stunden nach dem Sonnenbad auftreten, aber eben nicht wie ein typischer Sonnenbrand aussehen, fällt es den Betroffenen oft schwer, die Ursache zu finden“, sagt Prof. Dr. med. Michael Sticherling, stellvertretender Klinikdirektor. In der Hautklinik werden zur weiteren Diagnostik umschriebene Hautstellen gezielt mit ultraviolettem Licht bestimmter Wellenlängenbereiche belichtet, um ihre Reaktionen und die Lichtempfindlichkeit zu beobachten. Mit Hilfe der persönlichen Krankheitsgeschichte und Schilderungen des Patienten wird dann die endgültige Diagnose gestellt. Vorsorge ist wichtig Bestehende Symptome sind häufig schwierig therapierbar. Behandeln lässt sich PLD am besten mit Salben, die die Haut beruhigen, wie zum Beispiel Zinkschüttelmixturen oder kortisonhaltige Cremes. „Wichtiger als eine Therapie im Nachhinein ist jedoch die Vorsorge“, betont Prof. Sticherling. Der sicherste Weg ist, Sonnenlicht weitgehend zu meiden. Da dies oft nicht möglich ist, bietet die sogenannte Lichtgewöhnung durch Vorbräunen eine gute Alternative. Der Dermatologe empfiehlt, sich im Frühjahr sehr vorsichtig in zunehmendem Maße der Sonne auszusetzen und gegebenenfalls leichte PLD-Schübe in Kauf zu nehmen. „Nach oft nur zwei bis drei Schüben gewöhnt sich die Haut allmählich an die Sonne. In den meisten Fällen zeigen die Betroffenen in den restlichen Sommermonaten keine Hautreaktionen mehr“, so Professor Sticherling. Zusätzlich helfen Sonnencremes mit hohem UV-Schutzfaktor und speziellen Wirkstoffen, die Haut zu schützen. Häufig wird Beta-Carotin oder Kalzium zur Vorbeugung empfohlen. Beta-Carotin ist beispielsweise in Lebensmitteln wie Karotten, Salat, Spinat oder Mangos enthalten. Außerdem gibt es verschiedene Arzneimittel, die Beta-Carotin enthalten. Man sollte sich jedoch nicht zu sehr auf deren Wirksamkeit verlassen. „Die wissenschaftlichen Daten dazu sind sehr mager“, sagt Professor Sticherling. Wem all dies nicht hilft, sollte mit seinem Facharzt über eine Fototherapie sprechen. In einer mehrwöchigen Behandlung entwickelt der Körper der Betroffenen eine Toleranz gegenüber Sonnenstrahlen (Abhärtung oder hardening). Auch die Erlanger Hautklinik hilft Patienten mittels künstlicher Ganzkörperbestrahlungen, die Haut langsam an ultraviolettes Licht zu gewöhnen, um das natürliche Sonnenlicht und den Sommer genießen können. Grundsätzlich gilt, auf intensive und häufige Sonnenbäder wie im Urlaub zu verzichten, um die Haut vor der gefährlichen UV-Strahlung zu schützen – nicht zuletzt, um gravierende Folgeschäden wie vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs zu vermeiden.

 

Die Hautklinik Erlangen ist eine Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg).

Die Klinik unter Direktion von Prof. Dr. med. univ. Gerold Schuler ist ein international angesehenes Zentrum mit hoher Kompetenz bei Diagnostik und Therapie von Hautkrankheiten.
Pro Jahr werden mehr als 2.500 Patienten stationär sowie etwa 25.000 Patienten ambulant behandelt. Die Klinik verfügt über 48 vollstationäre und 10 tagesklinische Betten auf neu renovierten Stationen. Ebenso bietet die Hautklinik eine Hochschulambulanz sowie Psoriasis- und Neurodermitisschulungen für Betroffene an. Aufgrund der Vielzahl der Hauterkrankungen wurden außerdem zahlreiche Spezialsprechstunden eingerichtet.

Schwerpunkte der Klinik sind unter anderem: Hauttumore und operative Dermatologie, Allergien, Immunerkrankungen, die Behandlung von Psoriasis und Neurodermitis sowie Erkrankungen des Haares. Im Bereich der Andrologie ("Männerheilkunde") werden neben der klinischen Basisdiagnostik Potenzstörungen und Störungen der Zeugungsfähigkeit untersucht und behandelt.

Die Hautklinik erforscht neue Wege zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen und Tumorerkrankungen. Sie ist weltweit eine der wenigen Kliniken, die durch eine speziell entwickelte Immuntherapie Patienten mit malignem Melanom auch in fortgeschrittenen Stadien behandeln kann. Bei allen Forschungsprojekten ist es Ziel der Erlanger Klinik, Grundlagenforschung mit klinisch-experimenteller Forschung zum Wohl der Patienten zu kombinieren.

 

Ansprechpartner für die Redaktionen:

Hautklinik
Prof. Dr. med. Michael Sticherling
Hartmannstraße 14
91052 Erlangen
Tel. +49 (0) 9131 85-33851
E-Mail: michael.sticherlingatuk-erlangen.de

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Birke und Partner Kommunikationsagentur
Silke Martin
Marie-Curie-Straße 1
91052 Erlangen
Tel. +49 (0) 9131 8842-17
E-Mail: silke.martinatbirke.de

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