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Hautklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Gerold Schuler
Uni-Klinikum, Allergiezentrum, Hautklinik

Was tun, wenn’s juckt und brennt?

Was Sie im Sommer über Insektenstiche wissen müssen – Dr. Nicola Wagner vom Allergiezentrum informiert

Stech- und Kriebelmücke, Biene und Wespe, Zecke und Bremse – mit ihnen teilen wir den Sommer, wenn wir mit Freuden draußen spazieren, essen, entspannen und barfuß laufen. Haben wir Pech und werden gestochen oder gebissen, ist das in den meisten Fällen kein Weltuntergang, und das Jucken kann mit einfachen Mitteln gelindert werden. Besonders aufpassen sollten aber Allergiker und Menschen, bei denen sich die Einstichstellen auffällig verändern. Dr. Nicola Wagner, Leiterin des Allergiezentrums des Universitätsklinikums Erlangen erklärt alles, was wichtig ist, um unbeschwert die Natur zu genießen: auf welche körperlichen Reaktionen zu achten ist, wann ein Arzt aufgesucht werden und was ein Allergiker immer dabeihaben sollte.

Es summt, piekst kurz und schon ist es geschehen: Der Stich wird rot, schwillt an und beginnt zu brennen oder zu jucken. „Die beste erste Hilfe ist meist das Kühlen, um die Haut zu beruhigen“, sagt Dr. Wagner. „Das geht gut mit einem nassen Handtuch, Kühlpacks, oder eingewickelten Eiswürfeln. Danach sollte der Einstich oder Biss nach Möglichkeit desinfiziert und mit einer Jodsalbe bedeckt werden.“ In den meisten Fällen ist es hiermit schon getan und der Betroffene kann nur abwarten, dass sich die Haut von selbst wieder beruhigt. Noch etwas rät die Allergologin: „Bitte nicht kratzen! Denn das kann Bakterien in die Wunde einbringen und zu Entzündungen führen.“ Viele Insektengeplagte versuchen es heute mit sogenannten elektronischen Stichheilern, die das Jucken gleich nach dem Stich durch kurze punktuelle Hitze bekämpfen sollen. Von symptomatischer Linderung wird zwar berichtet, es gibt jedoch nur wenige medizinische Studien hierzu. Besonders echte Insektengiftallergiker sollten die Stifte nicht als Erstes benutzen, denn bei ihnen sind andere Sofortmaßnahmen viel dringlicher.

Sofort einen Notarzt rufen sollten nämlich alle, die an einer Soforttypallergie auf Insektengifte leiden und bisher unbehandelt sind. Bei ihnen treten innerhalb von Minuten bis wenige Stunden nach einem Stich starke Reaktionen auf. Aber auch bei Menschen, die bisher Insektenstiche gut vertragen haben, können sich plötzlich Symptome zeigen.  „Anzeichen dafür wären etwa generalisierter Juckreiz, Juckreiz an den Handinnenflächen und Fußsohlen, Quaddeln, Schwellungen und Rötungen fern der Einstichstelle, Atemnot, Kreislaufprobleme, Übelkeit, Schwindel und Magen-Darm-Krämpfe“, zählt Dr. Wagner auf und appelliert: „Zeigen sich diese Anzeichen, ist ein Notarzt zu rufen.“ Ohnehin müssen Insektengiftallergiker besonders aufpassen und sollten im Alltag immer prophylaktisch ein Notfallset und ein Handy bei sich tragen. Für diese Patienten ist eine erfolgreiche Therapie verfügbar. „Auch Stiche im Mund- und Rachenraum können schnell gefährlich werden, weshalb unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden sollte“, sagt Dr. Wagner.

Besondere Vorsicht bei kleinen Kindern

„Werden Kinder gestochen, sollten Eltern den weiteren Verlauf aufmerksam beobachten, weil die Kleinen mögliche Symptome oft nicht eindeutig benennen können“, erklärt Dr. Wagner.

„Beobachten Sie die Einstichstelle und Ihre körperliche Verfassung aufmerksam“, rät die Leiterin des Erlanger Allergiezentrums. „Bildet sich in den Folgetagen ein roter Ring oder Strich ausgehend von der Stichreaktion in der umgebenden Haut, gehen Sie bitte zur Abklärung zum Arzt. Bei Zeckenstichen können diese Symptome auch noch mehrere Tage später auftreten.“

Weitere Informationen:

Dr. Nicola Wagner
Telefon: 09131 85-33836
E-Mail: nicola.wagneratuk-erlangen.de

 

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