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Hautklinik

Direktorin:
Prof. Dr. med. Carola Berking
Uni-Klinikum, Medizinische Fakultät, Deutsches Zentrum Immuntherapie, Hautklinik, Medizin 1, Medizin 3

Entzündungshemmende Medikamente schützen vor COVID-19

Patienten mit Immunkrankheiten, die sogenannte Zytokin-Hemmer einnehmen, zeigen keine Anzeichen einer Coronavirusinfektion

COVID-19 führt zu einer ähnlichen überschießenden Immunreaktion in der Lunge wie Rheuma, Schuppenflechte oder Darmentzündungen in den jeweiligen betroffenen Organen. Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat nun in einer Studie gezeigt, dass Medikamente, die gegen die Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, sogenannte Zytokin-Hemmer, SARS-CoV-2-Infektionen hemmen, bevor die Viren sich im Körper ausbreiten können.

COVID-19 löst eine überschießende Immunreaktion aus, die zu einer Entzündung der Lungenbläschen führt, was wiederum den Gasaustausch in der Lunge empfindlich stört. Diese Entzündungsreaktion wird durch Botenstoffe (Zytokine) ausgelöst, die von den Lungen- und Immunzellen produziert werden. Mehrere dieser Botenstoffe – wie Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNFα), Interleukin-6 und Interleukin-1 – spielen auch bei Erkrankungen wie Rheuma, Darmentzündungen sowie Schuppenflechte eine wesentliche Rolle und werden bereits heute mit speziellen Therapeutika, sogenannten Zytokin-Hemmern, behandelt.

Prof. Dr. med. univ. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des Uni-Klinikums Erlangen, Prof. Dr. Michael Sticherling, stv. Direktor der Hautklinik des Uni-Klinikums Erlangen, und Prof. Dr. Markus F. Neurath, Direktor der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie sowie Sprecher des Deutschen Zentrums Immuntherapie des Uni-Klinikums Erlangen, haben in den vergangenen drei Wochen 1.000 Probanden auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht. Unter den Testpersonen waren Patienten mit Immunerkrankungen, die Zytokin-Hemmer einnehmen, sowie Kontrollpersonen aus dem medizinischen Bereich. Das Ergebnis: Während ca. 4 % der medizinisch tätigen und 2 % der nicht medizinisch tätigen Kontrollpersonen Antikörper gegen das Coronavirus nachwiesen, hatte niemand der an Rheuma, Darmentzündung oder Schuppenflechte leidenden Patienten Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. „Es scheint, dass die Zytokin-Hemmer die Infektion mit SARS-CoV-2-Viren von Anfang an einschränken, sodass keine Antikörper gebildet werden“, sagt Prof. Schett.

Personen mit Rheuma, Darmentzündung oder Schuppenflechte sind somit nicht als Risikogruppe für COVID-19 zu betrachten, sondern dürften aufgrund ihrer Therapie vor der Krankheit geschützt sein. Derzeit sind Zytokin-Hemmer, die bei Immunkrankheiten eingesetzt werden, in Erprobung zur Behandlung von Patienten mit COVID-19. Die Ähnlichkeiten der molekularen Mechanismen von COVID-19 und chronischen Entzündungen hat das Forschungsteam bereits im Fachjournal Nature Review Immunology beschrieben.

Quelle: uni | mediendienst | forschung Nr. 25/2020

Weitere Informationen:

Prof. Dr. med. univ. Georg Schett
Telefon: 09131 85-39109
E-Mail: georg.schettatuk-erlangen.de

 

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